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Editorial
Aus der PETRI NEWS 225-2020

 H.R. Hebeisen
 

Wer ist klüger? Galilei oder <Greta>?

Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht.
Galileo Galilei 1564 – 1642


Dass ich die Greta mit Anführungszeichen schreibe, hat zwei Gründe. Zweitens halte ich die Greta nicht für Greta, sondern einfach für eine - von irgendwelchen Menschen im Hintergrund vorgeschobene - (Kunst)figur. Und erstens meine ich nicht sie persönlich, sondern die Bewegung, welche uns eben unter dem Synonym Greta präsentiert wird. Zweifellos eine der stärksten Werbefeldzüge aller Zeiten. Werden wir aber nun konkret und darum gleich zu Beginn ein klares Statement: Es ist nötig und gut, dass es die Greta-Bewegung gibt. Seit sie existiert, hat sich die Welt in Sachen Naturschutz massiv bewegt, zumindest im Denken.

Dass dabei in manchen Punkten übers Ziel hinaus geschossen wird, ist normal. Warum ich diesen Artikel in einem Fischerblatt schreibe, hat den Grund, dass wir Fischer uns heute eben nicht nur um Fische kümmern sollten. Genauso sollen und müssen sich Jäger nicht nur um ihr Waidwerk kümmern, die Vogelschützer nicht nur um die Vögel usw. Aber war das eigentlich nicht schon immer so? Nämlich, dass in der Natur Ein und Alles zusammenhängt? Brauchte es da tatsächlich die „Greta“-Bewegung für diese Erkenntnis?

Zu den Widersprüchen des neuen Trends gehört die Anti-AKW Bewegung. Die sauberste Stromerzeugung soll auch in der Schweiz abgeschaltet werden und mit Wasser- und Windkraft ersetzt werden. In der Realität in sehr bescheidenen Umfang. Und noch dazu gegen den Widerstand vieler Bürger – sogar zum Schaden der letzten intakten Fliessgewässer. Dazu Solarzellen, wo niemand weiss, wie lange die Dinger halten und wie sie dereinst entsorgt werden sollen. Woher trotzdem den wohl noch immer fehlenden Strom nehmen? Etwa mit Kohle? Oder mit teurem Atom-Strom aus Frankreich?

Wie wäre es mit Strom sparen? Licht aus, wenn man es nicht braucht. TV ausschalten, wenn man nicht in die Glotze schaut. Nicht alle elektronischen Geräte auf Standby lassen, schon gar nicht während Urlaubsreisen. Man könnte unendlich weiterfahren, ein Buch schreiben, den Platz habe ich nicht.

Also machen wir noch einen Schwenker auf die Pestizide. Und gerne sage ich Ihnen dazu auch noch meine ganz persönliche Ansicht. Die Gefahr, dass die halbe oder ganze Menschheit (und eben nicht nur unsere geliebten Fische!) krepiert, weil die Insekten aussterben, ist meines Erachtens noch grösser als die Bedrohung durch die Klimaerwärmung. Sie dürfen gerne anderes denken. Aber handeln sollten wir alle, ja müssen wir alle, sonst spielt es dereinst auch keine Rolle mehr, ob es Fische im Wasser hat oder nicht.

 

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